Aus der Ortsgeschichte von Prohlis

 „Schill – Lützow – Körner“
Kurzfassung eines Vortrages zum Prohliser Herbstfest 2014

     
Ferdinand von Schill
Freiherr von Lützow

Theodor Körner

Ferdinand von Schill, Freiherr von Lützow und Theodor Körner sind drei Personen der Geschichte und eng mit Napoléon Bonaparte verbunden. Nein, sie waren keine Mitkämpfer in den Truppen Napoléons, sie sind auch keine regulären Soldaten gewesen, sie waren Freischärler. Was bedeutet, ein Freischärler zu sein? Freischärler waren Freiwillige, die sich zusammengeschlossen, um im Rücken des Feindes zu kämpfen. Kamen sie in Gefangenschaft, wurden sie ohne ein Gerichtsurteil von einem Standgericht abgeurteilt und anschließend erschossen. Ein Beispiel dafür sind die Offiziere Schills.
Ferdinand von Schill, 1776 in Possendorf bei Dresden geboren, hatte nur ein sehr kurzes Leben. Bereits im Alter von 33 Jahren wird er tödlich im Straßenkampf in Stralsund tödlich verwundet. Schill ist in der Schlacht bei Auerstedt dabei, wird verwundet und rettet sich nach Kolberg. Vom König erhält er per Order 1807 die Erlaubnis ein Freikorps aufzustellen. Dieses bekommt großen Zuspruch durch die Bevölkerung. Aus seiner Reiterei wird das „2.Brandeburgische Husarenregiment von Schill“. Die Schlacht gegen die Franzosen 1809 ist zu nennen. Es kommt in Stralsund am 31. Mai 1809 zum Straßenkampf, Schill verliert sein Leben, seine Offiziere werden gefangen genommen und in Wesel erschossen. Das Grab für Ferdinand von Schill ist auf den St. Jürgen-Friedhof in Stralsund.
Freiherr von Lützow, 1782 in Berlin geboren, 1834 in Berlin gestorben, war Sohn eines preußischen Generalmajors. So begann sein Leben als Dreizehnjähriger auch militärisch in der Preußischen Armee.1795 Gefreiter-Korporal, 1798 Fähnrich, 1800 Sekondeleutnant und 1804 Reiter im Kürassier-Regiment „von Reitzenstein“. In der Schlacht bei Jena und Auerstedt wurde sein Regiment zerschlagen und er selbst verwundet. Flucht nach Kolberg. 1808 nimmt er seinen Abschied, aber bereits 1809 ist Lützow im Zug von Schills Soldaten und in der Schlacht bei Dodendorf erneut dabei. Wieder schwer verwundet, kommt er vor ein preußisches Kriegsgericht. Durch die beiden berühmten Männer Scharnhorst und Gneisenau unterstützt, darf Lützow ein Freikorps aufstellen. Zu ihm gehörten 3000 Freiwillige. In der Nähe von Leipzig 1813 erneute schwere Verwundung und ein Entkommen nur mit großer Mühe. 1833 schied Lützow dann endgültig aus dem Militär aus. Sein Grab befindet sich in Berlin auf dem Alten Garnisonsfriedhof.
Theodor Körner, 1791 in Dresden geboren, 1813 in Wöbelin gestorben. Er wuchs in einem Elternhaus auf, in dem sich solche Persönlichkeiten, wie Goethe, Schiller, aber auch Mozart, die Klinke in die Hand gaben. Das prägte den Sohn Theodor. Aus Freude über die Geburt des Sohnes und der Tochter, pflanzte Vater Körner in seinem Garten für jedes der Kinder eine Weihmutskiefer. 1808 schrieb sich Theodor Körner in der Bergakademie Freiberg als Student ein. 1810 ist er aber in der Universität Leipzig eingeschrieben um Jura zu studieren. 1813 studiert er in Wien Geschichte. Das aber sollte es auch nicht sein, er verdiente sein Geld am Wiener Burgtheater und betätigte sich auch literarisch, in dem er Lustspiele und Dramen verfasste. Im März 1813 schon wieder unterwegs. Jetzt aber zu den Lützowschen Jägern. Er macht den Feldzug nach Leipzig mit, wird in Kitzen verwundet. Genesen, kehrt Körner zu Lützow zurück, wird aber am 26. August 1813 von einer Gewehrkugel tödlich getroffen. Ganz kurz vor seinem Tod schreibt Körner noch sein „Schwertlied“. Bekannt und von den meisten Männerchören gesungen, ist das Lied von ihm, „Die Lützowschen Jäger“, welches Carl Maria von Weber vertont hat. „Was braust da im Walde…

Christian Girbig

Dieser Artikel erschien im Jahr 2014 in der Festschrift des 23. Prohliser Herbstfestes.

<<  zurück